Wenn wir an das Land Indien denken, dann denken wir als aller erstes an viele Menschen, Dreck, Gestank, Curry und ganz viel Chaos. Es ist ein vermeintliches Chaos, dass uns als Europäer total fremd ist, aber Indien ist weit mehr als die Geburtsstätte von Aladdin und die Wunderlampe, dem lauten Gehupe der Tuk Tuks und dem Taj Mahal. Die Inder sagen immer: „Indien ist kein Land – es ist ein Kontinent.“ Wenn man sich Indien einmal genauer anschaut, sieht man, dass es auch gar nicht so klein ist.

Mit 1,2 Milliarden Einwohner und einer Fläche von 3,28 Mio. km² entspricht es in etwa der 9fachen Größe von Deutschland. Im Norden wunderschöne Gebirge, im Süden traumhafte Strände. Ein Land mit 1000 Facetten und 1000 Vorurteilen. In Indien werden weit über 100 verschiedene Sprachen gesprochen. Allerdings ist Hindi am meisten vertreten, auch wenn es sich von Region zu Region unterscheidet. In dieser Vielfalt und der unheimlichen Dimension ist es nahezu unmöglich eine pauschale Aussage über das Land zu treffen. Zu mir wurde gesagt: „Entweder man liebt Indien oder man hasst es.“ Ich muss gestehen, ich habe mich in Indien verliebt und würde jedem empfehlen, einmal im Leben in dieses facettenreiche Land zu reisen. Die Menschen sind dort einfach herzlich, aufgeschlossen und wollen mehr von dir erfahren.

Auf den Straßen fällst du sofort auf und bist von jetzt auf gleich berühmt. Fast jeder Inder schaut dir nach, du wirst gemustert und jeder will mit dir ein Foto. Es kann anstrengend, aber auch aufregend sein. Kaum ein anderes Land polarisiert so wie Indien, aber genau das macht es für mich so interessant. Die Lebensfreude und Mentalität ist einfach bewundernswert und scheint ohne Wehmut zu sein. Es herrscht keine Missgunst dem anderen gegenüber und der ganz Arme gönnt dem Wohlhabenden einfach alles. Er lebt in seiner Kaste (Hinduismus) und glaubt daran, dass er in einer neuen, besseren Kaste geboren wird und aus dem hier und jetzt das Beste macht – Respekt, sage ich da nur!

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1. Sicherheit – Ist Indien gefährlich?

Bevor ich nach Indien gereist bin, habe ich viele Schauergeschichten gehört. Aus meinem Bekanntenkreis habe ich von Verschleppung, Entführung und Vergewaltigungen gehört. Wenn du dich auf der Website des Auswärtigen Amtes erkundigt hast, hast du gar keine Lust mehr nach Indien zu reisen, weil dort einfach alles aufgezählt wird, was denn passieren könnte. Macht euch da nicht verrückt! Ich saß im Flugzeug im Landeanflug auf Delhi – alleine! Ich sah eine riesige Stadt und dachte: „Oh Stefan, da hattest du mal wieder eine scheiß Idee.“ Im Nachhinein muss ich sagen, es war einer meiner besten Entscheidungen in dieses wundervolle Land zu reisen.

Meiner Meinung nach ist Indien ein sicheres Reiseland, solange man weiß wie man sich wo wie verhalten muss. Ich meine, du kannst auch auf öffentlicher Straße in Deutschland überfallen werden. Mein Motto ist, solange du die Leute mit Respekt behandelst, werden sie auch dich mit Respekt behandeln. Ich bin alleine durch Favelas gelaufen, alleine durch Delhi oder andere Städte, bin dabei fast immer mit meiner Fotoausrüstung durch die Straßen gelaufen und ich hatte absolut nie Angst. Das Problem war eher, dass jeder mit mir ein Foto machen wollte, jeder mit mir sprechen wollte und jeder einfach schauen wollte, was das für eine große hellhäutige Gestalt ist.

Somit, wenn du Lust auf Fotos hast, kannst du das gerne machen, aber wundere dich nicht, wenn auf einmal 50 Inder um dich herumstehen und Fotos machen. Interessant ist auch die Frage: Würdest du Schweden als ein sicheres Reiseland einstufen? – wahrscheinlich ja. Allerdings ist Schweden auf Platz zwei, wenn es um Vergewaltigungsraten geht, nur Botswana hat eine höhere Rate.

Ich finde es schade, dass die Medien so den Fokus auf Indien werfen, ohne die schönen Seiten zu beleuchten. Ein weiterer Punkt, der zur Sicherheit in Indien beiträgt ist, dass man zur jeder Sehenswürdigkeit, jedem Kaufhaus, größerem Platz oder in der U-Bahn, ja selbst den besseren Hotels durch einen Metalldetektor laufen muss (Achtung: hier sind Frauen von Männer fast immer getrennt), um zu überprüfen ob man Sprengstoff oder Waffen bei sich trägt. Allein dadurch habe ich mich schon deutlich sicherer gefühlt.

Als Frau solltest du keine Reizwäsche, enge oder zu kurze Kleidung tragen. Das zählt, genau wie direkter Augenkontakt, als flirten. Ich habe die Inder immer als respektvoll in Zusammenhang mit Frauen erlebt, zu allen reisenden Frauen, die ich in Indien kennengelernt habe, waren die Inder mehr als höflich. Sie waren teilweise sogar sehr schüchtern, wenn eine Touristin direkt bei einem Verkäufer etwas gekauft hat bzw. Sie Ihn auf etwas angesprochen hat.

Also falls du, liebe Leserin, weiblich bist, bin ich mir sicher, dass du dich in Indien gut aufgehoben fühlen wirst. Selbst in Deutschland erntest du manchmal dumme Sprüche von der Seite. Des Weiteren habe ich in Indien so viele alleinreisende Frauen getroffen und bis auf dumme Sprüchen oder Pfeifen ist denen wirklich nichts passiert. (Ich habe mich mit fast allen darüber unterhalten).

Generell empfehle ich dir, dich immer bei deiner Unterkunft zu erkundigen, wie die aktuelle Sicherheitslage aussieht. Ob du bestimmte Regionen meiden solltest, ob du nachts nicht mehr raus gehen solltest etc. .Das kann von Region zu Region unterschiedlich ausfallen und, letztlich solltest du dir vorher immer hilfreiche Tipps einholen.

Geht, wenn möglich, immer in einer Gruppe von min. zwei Personen. So denke ich, minimierst du das Risiko größtmöglich. Ich hoffe, mit dem Kapitel Sicherheit, welches jetzt doch ein wenig länger geworden ist als geplant, konnte ich dir einen guten Überblick und ein sichereres Gefühl geben.

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2. Visa & Einreise

Wer nach Indien einreisen möchte, benötigt einen gültigen Reisepass und ein Visum.  Entweder ein Visum, was Ihr direkt in eurem Reisepass bekommt oder wie ich ein „e-TOURIST VISA (eTV)“. Hier hast du den Vorteil, dass du alles von Zuhause ausfüllen kannst und deinen Pass nicht wegschicken musst. Auf der Website Indien e-Tourist Visa (LINK) kannst du deine Daten ausfüllen und bekommst dann einen Ausdruck. Diesen unbedingt mitnehmen, denn am Flughafen wollen Sie den Ausdruck sehen, ebenso bei der Ankunft in Indien.

Für mich und viele andere war das „e-TOURIST VISA“ überhaupt kein Problem und wäre eindeutig meine Empfehlung.

3. Welche Impfungen sind für Indien wichtig?

Generell würde ich dir jegliche Impfungen empfehlen, die für Indien vorgeschlagen werden. Hier ist auch wichtig, dass du dich frühzeitig um die Impfungen kümmerst, da sonst zu Reisebeginn nicht 100% Schutz besteht. Ich habe mich zusätzlich noch gegen Tollwut impfen lassen, da vor freilaufenden Hunden gewarnt wurde. Ich habe aber ehrlich gesagt auf der ganzen Reise nur zwei Hunde gesehen. Aber wer einmal das Geld für die Impfung in die Hand nimmt, ist ein Leben lang immun. Da Tollwut tödlich ist, lasse dich lieber impfen.

Alle weiteren empfohlenen Impfungen für Indien findest du auf der Seite: CRM Impfungen

4. Reisezeit

Die optimale Reisezeit, um nach Indien zu reisen ist von Region zu Region unterschiedlich, da Indien so ein riesiges Land ist. Reisen zur Zeit des Monsun (Regenzeit) im Juni –September wird generell abgeraten, da die Regenfälle zum Teil sehr heftig ausfallen.

Die beste Reisezeit ist von Oktober bis Februar. Ab Dezember ist es dann im Land angenehm kühl und vor allem trocken. Richtig heiß wird es dann zwischen März und Mai. Das Problem ist dann nicht die Hitze, sondern die hohe Luftfeuchtigkeit, die dir das Leben schwer macht. Gute Infos findet Ihr auf der Seite: Reisezeiten-Indischer-Subkontinent

5. Geld – Tagesbudget

Indien war bisher das günstigste Reiseland in dem ich je war. Du kannst für 5€ am Tag super überleben und Übernachten. Die etwas besseren Übernachtungsmöglichkeiten liegen bei etwa 11€ und das Essen im Schnitt bei ca. 2€. Die Eintritte zu Sehenswürdigkeiten liegen meistens bei 200 Rupien, die Inder selbst müssen nur 20 Rupien zahlen. Wenn du also 20€ am Tag rechnest, bist du gut dabei. Was ich zudem super finde ist, dass die meisten Produkte ein Preisschild vom Hersteller aufgedruckt haben und diese Preise gelten auch. Das bedeutet, Wasser kostet zum Beispiel immer 20 Rupien, egal wo.

Aktuelle Wechselkurse findest du hier.

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6. Transport – Wie reise ich in Indien von A-B?

Indien ist in dieser Hinsicht ein Traum. Egal wo man gerade in der Stadt unterwegs ist, man findet immer ein Tuk Tuk oder eine Fahrrad Rikscha, die einen zum nächsten Platz befördern. Bedenkt den Linksverkehr, wenn Ihr Straßen überquert, die Autos kommen nun immer von der anderen Seite. Manchmal kann es in abgelegenen Stadtgebieten nachts schwieriger sein, aber dann gibt es immer noch UBER. Naja, das ist auch mein Ultimativer Tipp. Wenn ihr längere Strecken zurücklegen müsst, könnt Ihr perfekt ein UBER Car bestellen. Diese sind super zuverlässig und bringen euch fast überall hin. Wenn Ihr eine Gruppe von 6 Personen seid, auch kein Problem, dann kommt ein größeres Fahrzeug. Wenn ihr dem Fahrer dann noch Geld gebt, wartet er und weiß auch wohin er euch zurückbringen muss.

Ein weiterer Tipp: Bei jedem Flughafen in Indien stehen schwarz/gelbe Taxen. Bitte mach nicht den Fehler, wie ich das erste Mal, und geh zu dem Taxifahrer und frag nach dem Preis – großer Fehler. An jedem Flughafen gibt es eine so genannte POLICE TICKET STATION für Taxi Tickets. Hier verwaltet die Regierung die Taxen. Hier fragt Ihr nach einem Ticket zu euerm Hostel, habt unbedingt eure Straße irgendwo schriftlich aufgeschrieben, sonst könnte es schwierig werden. So habe ich einen 80% günstigeren Preis bezahlt!!! Also ein riesen Unterschied. Mit der Nummer des Taxis kannst du dann zu den Taxifahrern gehen und der richtige meldet sich schon bei dir. Außen am Taxi siehst du dann auch die Nummer, welche auf dein Taxi Ticket gedruckt wurde.

Die Taxen haben dann in der Regel keine Klimaanlage. Ich fand den Service perfekt. Ein weiterer Tipp: Wenn jemand kommt und euch das Gepäck schieben oder tragen will, macht er das nicht zum Vergnügen, sondern möchte Trinkgeld von dir. Wenn du jemanden in Form von einem kleinen Trinkgeld etwas Gutes tun möchtest, dann nimm diesen Dienst doch in Anspruch, ansonsten kannst du dein Gepäck besser selbst schieben oder von deinem Fahrer tragen lassen.

Ein weiter Tipp bei Tuk Tuks ist, dass du ungefähr wissen solltest, wie weit dein Ziel entfernt ist, da du dann kalkulieren kannst, was dir die Fahrt in etwa kosten darf. Der normale Preis liegt bei etwa 20 Rupien pro Kilometer. Bei Touristen, wie du es bist, ist es dann durchaus etwas mehr. Wenn der Fahrer von euch für 3 km, 300 Rupien verlangt weißt du, da stimmt etwas nicht. Ich persönlich würde bei 100 Rupien einsteigen, bei 150 Rupiennur, wenn ich überhaupt keinen anderes günstigeres Tuk Tuk finde.

Generell gilt, selbst wenn der Preis gut scheint – verhandle trotzdem. In Indien kannst du Verhandeln mal richtig üben. Wenn der Fahrer 300 Rupien verlangt, sagt du „50 Rupien“, dieser wird dann „150 Rupien“ erwidern. Das geht dann ein wenig hin und her, abschließend sagst du „20 Rupien“ was ja eigentlich viel zu wenig ist und Ihn damit ein wenig verwirrt. Aber dann schlägt er dir einen vernünftigen Preis vor, in diesem Falle 100 Rupien. Für einen Einheimischen immernoch etwas teurer, für dich als Tourist ein super Preis. Nachdem der Preis verhandelt wurde, steigst du ein – wirklich erst dann! Manchmal werden die Fahrer auch etwas zickig, dann ist es gut das du simulierst kein Interesse mehr an seinem Angebot zu haben. Somit zwingst du Ihn noch ein wenig günstiger zu werden. Wenn du direkt 100 Rupien gesagt hättest, wärst du nie auf den Preis gekommen.

Hier ist auch die Adresse in schriftlicher Form oder ein Bild vom Ziel, wenn es sich um ein Denkmal oder Gebäude handelt, sehr hilfreich. Wenn Ihr einen Inder fragt, ob er den Weg kennt – klar er kennt jeden, nämlich keinen. So witzig es klingt, es ist aber so. Also wenn er zu viel zögert, verlasst euch besser auf einen anderen Fahrer oder kontrolliert seinen Weg in Google Maps, so habe ich das immer gemacht. Seither vertrau ich im Ausland den Taxi Fahrern nie und kontrolliere den Weg immer mit Google Maps. Muss wohl ein Fluch sein.

Generell musst du dich erstmal an den Verkehr in Indien gewöhnen. Es ist ein Gewusel. Mittlerweile weiß ich, dass die Fahrer nicht einfach nur wild hupen, sondern Sie hupen um den vorrausfahrenden Fahrer zu warnen, welchen Sie mit Ihrem TukTuk überholen wollen. Du fragst dich warum? Da in Indien ein Schulterblick völlig überbewertet wird und die Fahrer einfach von links nach rechts ziehen ohne nach hinten zu schauen. Nach ein paar Fahrten ist alles ok und du kommst auch mit dem rasanten Fahrstil klar, aber am Anfang heißt es Durchatmen und Ruhe bewahren.

Zum Thema Zug. Ich selbst bin nie mit dem Zug durch Indien gefahren, da ich auch dort so viele Schauergeschichten gehört habe. Auf meiner Reise habe ich allerdings nur gutes darüber gehört, bis auf die Verspätungen der Bahn. Mit dem Zug kannst du 1000 km locker für 20€ zurücklegen und bei einem Nachtzug entspannt schlafen. Ich werde es auf meiner nächsten Indien Reise auf jeden Fall ausprobieren. Diese Seite soll gut zum Buchen sein: cleartrip.com

Gib mir mal ein Feedback dazu, wenn du es genutzt hast.

Thema Inlandsflüge: Generell kann ich dir Inlandflüge empfehlen. Diese sind günstig und du kommst schnell von A nach B. Ich bin innerhalb Indiens 4x geflogen und würde es wieder favorisieren, wenn ich nicht so viel Zeit habe. Hier als Tipp: Habe deine Flugverbindungen oder das Ticket schon ausgedruckt, sonst kommst du nicht in den Flughafen.

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7. Essen und Trinken

Das Essen ist ein Fluch und ein Segen zugleich. Es ist verdammt Preiswert aber auch verdammt scharf. Gut ich muss gestehen die Deutsche schärfe ist mit Indien nicht zu vergleichen. Es ist einfach alles scharf, wirklich fast alles. Nach einer Woche hatte ich mich daran gewöhnt und es klappte immer besser.

Generell gilt die Regel, esse immer dort, wo die Einheimischen auch essen und dort wo es voll ist. Genauso ist es bei Street Food, wenn viele Einheimische in einer Schlange stehen, kannst du dort auch unbedenklich essen. In meiner letzten Woche in Indien habe ich es einfach übertrieben und alles an Street Food gegessen, was mir vor die Nase kam. Siehe da, ich hatte  mir Salmonellen eingefangen und wurde Sie über Wochen nicht los, also lass es besser.

Als weitere Regel gilt, iss niemals mit links, diese Hand ist für das stille Örtchen und hat nichts am Essenstisch verloren. Somit iss dein Brot oder alles, was du mit der Hand isst, immer mit rechts sonst wirst du böse Blicke der Inder ernten.

Generell ist Indien ein Paradies für Vegetarier, egal wo, einfach überall gibt es vorwiegend vegetarische Gerichte und die sind meistens echt lecker, wenn auch scharf. Die meisten Sachen sind frittiert mit unterschiedlichen Früchten oder Nudeln, einfach probieren.

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Das essen von unverarbeiteten Früchten und vor allem Salaten ist abzuraten, da diese mit Leitungswasser gewaschen wurden, welches für unsere Mägen überhaupt nichts ist. So würde ich dir nur Schalenfrüchte empfehlen, die du mit Trinkwasser nochmal reinigen kannst. Von Salat essen würde ich dir immer abraten, da weißt du nie wie es gereinigt wurde.

Dann wirst du dich wundern, warum die Inder das Wasser immer in den Mund schütten und nicht die Lippen berühren. Das hat den einfachen Grund, da an der Flasche ja Krankheitserreger stecken können. Meine Frage bevor ich nach Indien gereist bin, war, ob ich überall genügend Trinkwasser finde. Meine klare Antwort lautet – JA. Fast überall wirst du Trinkwasser finden, ich rate dir aber im Rucksack immer eine Wasserreserve zu haben.

Beim Kauf von Trinkwasser ist darauf zu achten, dass vor der Bezahlung, der Verschluss genau überprüft wird. An einem Kiosk, wenn dir jemand eine Flasche direkt gibt schau, dass der Verschluss auch wirklich verschlossen ist, lehne die Flasche im Zweifelsfall ab und verlang eine neue Flasche. Es kursiert in Indien das Geschäftsmodell leere Wasserflaschen mit Leitungswasser wieder zu befüllen, daher immer Vorsicht! Auch generell ist von Wasser, welches nicht in Flaschen serviert wird, abzuraten, da es zu 98% Leitungswasser ist. Auch von Eiswürfeln ist abzuraten.

Mein absoluter Tipp: Hab immer Strohhalme dabei. Wenn Ihr eine Cola bekommt, könnt Ihr mit einem Strohhalm bedenkenlos trinken, ohne es in ein dreckiges Glas zu schütten oder von der Flasche zu nippen.

Indian children lunch

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8. Übernachtung: Hostel oder Hotel?

Ich würde es ganz klar mit Hostel beantworten. Hier hast du den Anschluss an andere Reisende, hängst nicht alleine in deinem Hotelzimmer herum. Auch wenn ein top ausgestattetes Hotel super ist, ein sauberes Hostel hat so viel mehr. Von dort werden auch viele Touren angeboten, du kannst dich super erkundigen und andere Reisende kennenlernen die auch die Stadt entdecken wollen. Wenn Ihr im Internet bucht, schaut euch ganz genau die Bewertungen und Bilder an. Wenn Ihr spontan ein Hostel besucht und dort ein Zimmer bucht, lasst euch vorher die Zimmer zeigen, damit Ihr wisst, was euch erwartet.

9. Mobilfunk

Der Mobilfunkempfang war für mich in den Ballungszentren nie ein Problem, ich hatte überall guten Internetempfang. Allerdings konnte ich es ja nicht ständig nutzen, da ich ja nur ein begrenztes Kontingent an Internet-Daten hatte. In den Hostels war meistens recht gutes W-LAN vorhanden. In den Hotels hingegen, war es ausschließlich schlecht.

10. Sprache

Wie gesagt, im ganzen Land ist Hindu am meisten verbreitet. Die Mittelschicht spricht aber auch Englisch. Manche besser manche schlechter und den typischen Akzent, den wir aus Indien kennen, haben tatsächlich nicht alle. Wenn ich ein Verständigungsproblem hatte, dann hatte ich immer schriftlich meine Zieladresse oder ein Bild von meinem Ziel.

11. Fotografie – Meine Einschätzung

Ich dachte ich widme der Fotografie einen einzelnen Abschnitt um auch die Fragen der Fotografen zu beantworten. Musst du Angst um deine Ausrüstung haben? Würde ich mit einem nein beantworten. Indien ist perfekt für Streetfotografie. Wenn Ihr die Leute fotografieren wollt, machen Sie das gerne mit, kommuniziert nur vorher mit Ihnen. Nicht einfach so draufhalten, dass ist eine Frage des Respekts. Manche wollen ein kleines Trinkgeld, wenn du Sie fotografierst, also hatte ich immer ein paar kleine Geldscheine (20 Rupien) dabei. Der Großteil verlangt aber kein Geld und lässt sich gerne Fotografieren.

Die Sehenswürdigkeiten sind auch klasse zum Fotografieren, landschaftlich habe ich nicht so viel entdecken können. Aber ich denke das ist von Region zu Region unterschiedlich. Wer seine Texturen Sammlung aufbessern möchte, dem muss ich ehrlich sagen, ich habe noch kein besseres Land zum Texturen sammeln gefunden. Kurz gesagt für jeden Street Fotograf en, oder für die, die es werden wollen ist Indien ein Muss.

Meine persönlichen Tipps

  • Buch dir häufiger ein Uber Taxi
  • Entdecke die Stadt im Tuk Tuk
  • Mach einen Deal mit einem Taxi/Tuk Tuk Fahrer, dass er dich einen ganzen Tag in der Stadt herumführt
  • Lass dir von einem Einheimischen die Stadt zeigen
  • Habe Insektenspray und Strohhalme immer dabei
  • Bring dir aus Deutschland ein paar Müsliriegel mit
  • Esse dort, wo die Einheimischen essen
  • Esse niemals mit der linken Hand
  • Lass dich treiben und bewahre die Ruhe

Fazit:

Indien ist für mich eines der tollsten und aufregendsten Länder, die ich jemals besucht habe. Die Aufgeschlossenheit und die Lebensfreude sind einfach ansteckend und lassen meine „Erste Welt Probleme“ völlig wertlos dastehen. In Indien sieht man nicht viele Touristen, man läuft stundenlang durch die Stadt und sieht nur Inder, ein fantastisches Gefühl. Ich haben viele schöne Sachen in Indien erlebt. Ich glaube, wenn man ein wenig aufpasst, und diesen Text, den ich für dich geschrieben habe, verinnerlichst, wird deine Reise nach Indien mindestens genauso gut wie meine. Wenn dir der Artikel gefallen hat und/oder du vielleicht auch schon in Indien warst und noch zusätzliche Tipps hast, würde ich mich riesig über ein Feedback freuen.